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Augen auf beim Hundekauf! – Darauf solltest du achten

Augen auf beim Hundekauf! - Darauf solltest du achten

Die Vorbereitungen sind getroffen. Die Aufregung ist groß, denn der Entschluss nun zu 100 % fest: Ein Hund soll einziehen! Inzwischen gibt es etliche Möglichkeiten für einen Hundekauf. Von Anzeigen in der Zeitung über Plattformen im Internet bis hin zu Verkäufern auf dem Tiermarkt ist so ziemlich alles dabei. Doch bei all der Freude solltest du nicht unachtsam werden. Denn zwischen all diesen augenscheinlich super Angeboten verstecken sich so manches Mal skrupellose Betrüger, die kein Problem damit haben, dir einen schwer kranken Hund zu verkaufen.

Um das zu vermeiden, habe ich dir in diesem Artikel alle wichtigen Informationen rund ums Thema Hundekauf zusammengestellt. Am Ende findest du zusätzlich noch eine Checkliste, die dich unterstützen soll. Natürlich bedeutet auch das keine 100%ige Garantie, aber vermindert das Risiko übers Ohr gehauen zu werden enorm.

Angebote zu gut, um wahr zu sein…

Ich weiß, ich weiß. Heutzutage ist ohnehin schon alles mächtig teuer. Die Frage „Was kostet ein Hund?“ ist natürlich nicht unerheblich. Immerhin spielt der finanzielle Aspekt eine große Rolle. Umso größer ist die Freude, wenn man auf ein vermeintliches Schnäppchen beim Hundekauf stößt. Klar, wer würde sich nicht über den langersehnten Rassehund zum halben Preis freuen? Und laut der Beschreibung ist ja alles wunderbar. Es geht eigentlich schon gar nicht mehr besser und natürlich geht es dem Verkäufer auf Nachfrage nur darum, dass der Hund ein schönes Zuhause bekommt. Deshalb ist er so billig.

So schön das im ersten Moment vielleicht auch klingen mag, ist das bereits dein erstes Warnsignal. Ein seriöser Züchter würde seine Welpen niemals zu Dumpingpreisen regelrecht verschleudern. Immerhin kostet so ein richtiger Rassehund seinen Züchter bis zum Zeitpunkt der Abgabe schon eine ganze Stange Geld. Da verschenkt er den sicherlich nicht halb, nur weil du eben so nett wirkst.

Ein seriöser Züchter möchte eher das Gegenteil. Er feilscht nicht mit dir um Preise, sondern der Wert seiner Welpen steht und das im angemessenen Bereich. Bist du nicht bereit diesen zu zahlen, wird er dich wohl in 99% der Fälle wieder mit leeren Händen nach Hause schicken. Aber wer kann es ihnen schon verübeln? All die Untersuchungen beim Tierarzt für die Elterntiere und Welpen, hochwertiges Futter, ggf. Decktaxen, Kosten die bezüglich des Vereins und der Ahnentafeln anfallen und vieles mehr sind in diesem Preis enthalten.

Wie zum Geier kann dir dieser Typ auf Ebay nun also einen reinrassigen Hund mit allem drum und dran für vielleicht die Hälfte des Preises anbieten? Du ahnst es sicher schon und du liegst vollkommen richtig. Die „Zuchtbedingungen“ sind katastrophal und vieles eine große Lüge!

Angebote die zu gut sind, um wahr zu sein, verbergen oft ein schreckliches Geheimnis.

Der illegale Welpenhandel

Hunde die du unter solchen Umständen kaufst, haben in ihrem Leben in den allermeisten Fällen schon viel Leid ertragen müssen. Die Muttertiere werden in kleinen Käfigen gehalten, sind oft krank und werden als Gebärmaschinen missbraucht. Sie bekommen einen Wurf nach dem anderen, ohne Rücksicht auf Verluste. Von Untersuchungen, hochwertiger Versorgung und einem liebevollen Umfeld können diese armen Wesen leider nur träumen.

Die Welpen werden beinahe sich selbst überlassen. Zum Leben ist es eigentlich viel zu wenig, doch zum Sterben irgendwie doch noch zu viel. Zumindest für die meisten. Aber es gibt auch noch die anderen. Jene Welpen die zu schwach sind, sterben einfach und bleiben oft über Tage zwischen ihren noch lebenden Geschwistern liegen. Das lockt dann logischerweise Parasiten an und die insgesamt sehr mangelhafte Hygiene macht es den Keimen einfach, die viel zu schwachen Welpen erkranken zu lassen. Würmer und andere Parasiten schwächen sie zusätzlich. Durch fehlendes hochwertiges Futter fehlt den Kleinen die Kraft und sie entwickeln sich nur sehr schlecht. Ganz zu schweigen von der Mutter, die all ihre Reserven für die Aufzucht ihrer Welpen aufopfern muss.

Die Folgen der schlechten Aufzuchtbedingungen

Zum Zeitpunkt des Hundekaufes sind die Welpen häufig gerade mal so alt, dass sie selbstständig fressen können. Da werden sie bereits der Mutter entrissen und in die Welt hinaus verschleppt. Sozialisierung? Fehlanzeige. Für diese Hunde ist jeder noch so kleine Umweltreiz häufig mit völliger Überforderung verbunden. Schließlich haben sie in ihrem kurzen Leben bisher noch nichts außer ihren verdreckten Käfig gesehen. Du denkst jetzt vielleicht, dass kannst du mit jeder Menge Liebe und Fürsorge noch aufholen, doch da muss ich dich leider enttäuschen. Denn was in der Prägungsphase, also den ersten 14 Wochen verpasst wurde, ist später beinahe unmöglich auszugleichen. Nähere Informationen rund ums Thema Aufzucht und Entwicklung findest du hier. Das Ergebnis sind erwachsene Hunde mit schwerwiegenden Verhaltensstörungen. Wenn sie denn überhaupt so alt werden, denn häufig sind die Welpen ja wie bereits erwähnt schwer krank.

Das böse Erwachen nach dem Hundekauf

Die ersten paar Tage ist vielleicht noch alles gut. Bevor er zu dir kam, wurde dein Welpe noch einmal gründlich gewaschen, um den ekelhaften Gestank seiner Unterbringung loszuwerden. Er wirkt schüchtern und zurückhaltend. Du denkst dir nichts dabei, immerhin ist ja alles neu und fremd. Doch als nach ein paar Tagen alles noch schlimmer statt besser zu werden scheint, machst du dir Sorgen und bringst deinen Neuzugang zum Tierarzt. Dort warten dann oft immens hohe Summen für die Behandlung der schwer kranken Tiere auf dich. Ungewiss, ob sie das Ganze überhaupt überleben. Du versuchst zu den Verkäufern Kontakt aufzunehmen, so war das schließlich nicht abgesprochen. Aber keine Chance. Die sind schon über alle Berge und statt vielen tollen Abenteuern hast du nun die reinste Katastrophe vor dir.

Ich könnte dir zum Thema illegaler Welpenhandel jetzt noch einiges erzählen, doch das würde hier den Rahmen sprengen. Wenn du daran aber trotzdem Interesse hast, kann ich dir diese Doku hier empfehlen.

Krimineller Welpenhandel: Wie läuft das Geschäft?“ von STRG_F auf YouTube

Hier wird die ganze Thematik toll erklärt und aufgezeigt, wie schnell man auf solche Betrüger reinfallen kann.

Der Handel mit Mischlingen

Auch Mixe sind schon lange ins Visier der Vermehrer gekommen. Die Aufzuchtbedingungen sind ebenso katastrophal, wie bei den Rassehunden und es gilt, je ausgefallener und besonderer der Mix, desto besser. Zwei merlefarbene Hunde als Zuchttiere? Kein Problem, erhöht ja schließlich die Wahrscheinlichkeit Welpen mit der gleichen Färbung zu bekommen. Das diese Kombination schwere Gendefekte mit sich bringen kann, ist nebensächlich.

Oder wie wäre es einen Weimaraner mit einzukreuzen? Immerhin hat er eine so schöne Fellfarbe, „blaue“ Welpen lassen sich sicher gut verkaufen. Das die zukünftigen Besitzer womöglich später ihr „blaues Wunder“ erleben, ist egal. Denn der Weimaraner ist ein passionierter Jagdhund und wenn man ihn nicht richtig auslastet entsteht Frust und damit große Probleme. Es funktioniert nicht ihn auf dem Sofa zum Familienhund zu kuscheln aber das ist angesichts der Farbe ja egal.

Du verstehst, worauf ich hinaus will. Heutzutage werden zu Hauf Hunde ohne Sinn und Verstand miteinander verpaart und solange die Nachfrage da ist, wird das auch so bleiben. Ein Hundekauf sollte gut überlegt sein und du solltest gut aufpassen. Exotischen Mixen solltest du immer mit großer Vorsicht begegnen, um nicht später böse auf die Nase zu fallen.

Kaufe niemals einen Welpen aus dem Kofferraum!

Hundekauf bei Privatleuten

Trotz allem bin ich kein Freund davon jeden zu verteufeln, der außerhalb eines Vereins und mit Mixen Welpen züchtet. Denn letztlich gibt es hier trotzdem auch Menschen, denen das Wohl ihrer Tiere sehr am Herzen liegt. Jene, die auf Gesundheit achten, gutes Futter kaufen und wo die Welpen in liebevoller Umgebung gut sozialisiert aufwachsen. Die sich große Mühe geben, um alles richtig zu machen.

Mir ist bewusst, dass weitläufig die Meinung gilt: Nur vom Züchter oder aus dem Tierheim sei okay. Ich bin jedoch der Meinung, dass diese Entscheidung jedem selbst überlassen werden sollte. Solange man hier kein Tierleid, wie oben beschrieben, unterstützt. Auf welche Dinge du dafür achten solltest, verrate ich dir jetzt.

Darauf solltest du beim Hundekauf achten

Um dich möglichst gut davor zu schützen, einem Betrüger oder Vermehrer ins Netz zu gehen, solltest du beim Hundekauf auf einige einfache aber wichtige Dinge achten. Dazu gehören diese Punkte:

  • Die Elterntiere können vor Ort besichtigt werden und sind nicht gerade „zufällig“ woanders.
  • Bei der Mutter der Welpen ist das Gesäuge erkennbar. Sie macht einen gesunden, gepflegten und freundlichen Eindruck.
  • Die Elterntiere sind gut sozialisiert und weisen einen offenen und freundlichen Charakter auf. Schließlich können bestimmte Wesenszüge vererbt werden.
  • Die Welpen sind gut genährt und entsprechend ihres Alters haben sie eine gewisse Größe erreicht. Sie sind offen und neugierig und suchen von sich aus den Kontakt zum Menschen.
  • Die Welpen sind gepflegt und riechen nicht unangenehm. Dazu gehören saubere Ohren, weiße Zähne, keine Parasiten, kurze Krallen, usw. Auch Durchfall ist kein gutes Zeichen.
  • Du kannst das Zuhause der Welpen besuchen. Dieses ist sauber und bietet viele Anregungen zum spielen und lernen. Achte darauf, dass dieser Ort wirklich bewohnt aussieht. Häufig verwenden Betrüger eine extra Wohnung, die nur für diesen Zweck gedacht ist. Sie ist meist spärlich mit dem Nötigsten eingerichtet und enthält beispielsweise keine persönlichen Gegenstände.
  • Es gibt einen Pass für den Welpen, der vernünftig geführt und von einem ortsansässigen Tierarzt ausgefüllt ist. Ein Wurf Welpen aus Berlin wird wohl kaum einen polnischen Pass besitzen.
  • Du kannst vor und nach dem Kauf Fragen stellen und wirst beraten. Oder anders gesagt: Die Verkäufer nehmen sich Zeit für dich und legen Wert darauf dich gut zu beraten.
  • Achte auf Widersprüche. Erzählt dir jemand die Geschichte mehrmals völlig anders, solltest du vorsichtig werden. Du kannst auch gezielt Fragen stellen, um zu prüfen, ob jemand die Wahrheit sagt oder sich etwas ausdenkt.
  • Die Verkäufer stellen Fragen an dich. Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn es jemanden absolut nicht interessiert, wie seine Welpen später leben werden. Gegebenenfalls erteilt dir ein guter Züchter auch eine Absage, wenn er glaubt, dass der Welpe nicht zu dir passt.
  • Der Verkäufer hat keine 3 Würfe gleichzeitig und eventuell sogar gleich mehrere verschiedene Rassen. Denn wer sich wirklich Zeit nimmt und auf eine gute Aufzucht Wert legt, der ist mit einem Wurf bereits voll ausgebucht. Auch wenn die Welpen im Abstand von 6 Monaten immer wieder angeboten werden, ist das kein gutes Zeichen. Ein verantwortungsbewusster Züchter achtet auf genügend Pausen und Ruhephasen für seine Hündin.
  • Kein Hundekauf aus dem Kofferraum oder von öffentlichen Plätzen. In der Regel gibt es einen Grund, warum die Leute nicht wollen, dass du zu ihnen nach Hause kommst.

Ich weiß, dass ist eine ganze Menge. Deshalb habe ich für dich noch eine Kleinigkeit, die dir den Hundekauf erleichtern soll. Diese Checkliste kannst du dir ganz einfach und kostenlos herunterladen. Entweder du nutzt sie auf deinem Handy oder druckst sie aus und nimmst sie dann mit. So kann nichts in Vergessenheit geraten.

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