Training

Grundkommandos -Das Hunde 1×1

Grundkommandos

Bekanntlich sind unsere Vierbeiner ja in der Lage jede Menge Tricks zu lernen. Von den ganz einfachen Kommandos, wie Sitz und Platz, bis hin zu ausgefallenen Tricks, wie Huckepack und Co. Bei all der Fülle stellst du dir jetzt vielleicht die Frage: Was davon sollte mein Hund denn jetzt können? In diesem Artikel geht es genau darum. Welche Grundkommandos sinnvoll sind und was ihr üben könnt aber definitiv nicht müsst.

Die genetische Grundlage

In den letzten 20 Jahren konnte ich eines sehr gut bei den unterschiedlichsten Hunden beobachten. Es gibt Hunde, die lieben es neue Tricks zu lernen und diese vorzuführen. Und dann gibt es Vierbeiner, die auf den ganzen Quatsch so gar keine Lust haben und sich gerade so ein Sitz abbringen können. Und gleich vorne weg: Das ist absolut in Ordnung!

Denn vieles davon hängt auch mit der Rasse und deren charakterlicher Entwicklung zu tun. Beispielsweise die meist sehr klugen Border Collie. Eine Rasse, die sich durchaus schnell langweilt und somit solche Angebote mit viel Freude nutzen. Denn das bedeutet Kopfarbeit für sie und das wiederum bereitet ihnen viel Freude. Generell handelt es sich beim Border um eine sehr dem Menschen zugewandte Rasse. Klar, beim Schafe hüten müssen sie eng mit dem Schäfer zusammenarbeiten und auf kleinste Signale achten. Das spiegelt sich häufig auch im Training wieder.

Ein gegensätzliches Beispiel dazu wäre der Kangal. Natürlich mag er seine Bezugspersonen und schlägt sicherlich auch keine Kuscheleinheit aus. Dennoch besteht ihre ursprüngliche Aufgabe darin ihre Herde zu schützen und dabei vor allem ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. All zu viel mit dem Menschen arbeiten sie nicht und wissen sich sehr wohl zu beschäftigen. Nämlich aufpassen. Entsprechend könnte es durchaus schwieriger sein, einem Kangal Yoga und Skateboard fahren beizubringen.

Dem sei angemerkt: Es kann! Muss aber nicht, denn natürlich ist auch innerhalb der Rasse jeder Hund anders. Nichtsdestotrotz habe ich zumindest noch nie einen Kangal gesehen, der mit großer Begeisterung solche Tricks ausführt. Border Collie dafür umso mehr.

Wir lernen also: Die Rasse spielt eine nicht unwesentliche Rolle, was wir im Hinterkopf behalten sollten.

Welche Grundkommandos machen Sinn?

Auch hier möchte ich vorab etwas anmerken. Je nach Haltung sind Grundkommandos für den einen oder anderen mehr oder weniger wichtig. Wenn dem Schäfer egal ist, ob sein Herdenschutzhund kein Sitz und Platz kann, weil er seine eigentliche Aufgabe super meistert (nämlich die Herde zu beschützen), dann ist das vollkommen in Ordnung. Meine Aussagen im folgenden beziehen sich allerdings auf Hunde, die aktiv an unserem gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Also uns an belebte Orte begleiten, Kontakt zu anderen Menschen und Tieren haben und eben auch mal von der Leine kommen.

Sitz & Platz

Sitz und Platz sind wohl jedem bekannt und bislang konnte jeder meiner Hunde diese Grundkommandos. Genau genommen gehörten sie zu den ersten Dingen, die ich ihnen beigebracht habe. Wozu braucht man sie? Nun, manchmal muss der Hund kurz warten. Vielleicht steht man gerade und unterhält sich mit dem Nachbarn oder wartet an einer roten Ampel. Mit diesen Kommandos trainieren wir auch gleichzeitig immer Ruhe. Bedeutet, es wird sich nicht hingesetzt und gedrängelt sondern Sitz und Platz bedeuten, jetzt warten wir ganz in Ruhe, bis es weiter geht.

Bleib

Zu diesem Grundkommandos kann ich dir ein schönes Beispiel erzählen. Vor einiger Zeit war ich mit einer Freundin und unseren Hunden in den Wiesen unterwegs. Dabei entdeckten wir zwei Kitze. Eines lag bereits im Fluss, das andere lag sehr geschwächt auf der Seite. Um die Lage überprüfen und den Kleinen helfen zu können, mussten die Hunde in ein paar Metern Entfernung warten. Also: Kommando Bleib. Sowas kann immer mal passieren, deshalb gehört auch das hier zum Hunde 1×1 dazu.

Rückruf

Wer frei laufen will, muss sich abrufen lassen. So einfach ist das. Deshalb gehört der Rückruf wohl zu den aller wichtigsten Grundkommando. Warum erklärt sich denke ich von selbst. Im übrigen ist es im Zweifelsfall immer besser den Hund an der Leine zu lassen. Hier gibt es ja auch schon tolle Möglichkeiten, um dem Vierbeiner trotzdem etwas Bewegung zu ermöglichen. Siehe Flexi- und Schleppleinen.

Aus

Ein gut funktionierendes „Aus“ ist Gold wert. Besonders in Städten, denn ein winziger Moment der Unachtsamkeit genügt und der Vierbeiner hat etwas vom Boden aufgenommen. Mit Glück sind es nur Essensreste. Mit Pech ist es Kot von anderen Tieren oder gar Menschen und eine komplette Katastrophe ist es, wenn es sich um einen Giftköder handelt. Deshalb ist das Kommando „Aus“ bei uns ein absolutes Muss.

Fuß

Wer häufiger an etwas belebteren Orten unterwegs ist, für den ist „Fuß“ oder auch „Bei Fuß“ sehr nützlich. Sei es, weil jemand mit Hund von vorne kommt, der Weg sehr schmal ist oder vielleicht auch etwas gruseliges wie ein riesiger Traktor vorbei will. In solchen Fällen ist es gut, wenn dein Hund direkt neben dir läuft. So kannst du schneller eingreifen und auch mehr Sicherheit vermitteln, als wenn dein Hund weiter vor dir läuft. Außerdem eignet sich dieses Kommando hervorragend um zu trainieren, dass sich dein Hund an dir orientiert.

Der Rest ist Bonus

Alles andere, was man seinem Hund so beibringt ist in meinen Augen einfach ein netter Bonus. Es kann aber muss nicht. Denn wenn wir ehrlich sind, ist es ja absolut nicht notwendig, dass unsere Vierbeiner beispielsweise Huckepack getragen werden können oder für ein Selfie in Pose gehen. Für solche Dinge sollte Spaß immer an erster Stelle stehen und wenn es nicht funktioniert, sei nicht traurig. Es gibt viele andere tolle Dinge, die du und deine Fellnase zusammen unternehmen könnt.

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