Erziehung

Grundregeln – Von Anfang an richtig

Ohne was würde unsere Gesellschaft nicht zurecht kommen? Richtig. Regeln. Und so, wie wir Menschen gewisse Grundregeln für ein harmonisches Zusammenleben brauchen, brauchen auch unsere Hunde einen festen Rahmen. Immerhin wissen sie sonst nicht, was erlaubt ist und was nicht. Entsprechend solltest du dir darüber bereits Gedanken machen, bevor dein Hund einzieht. In diesem Artikel habe ich dir dazu ein paar Dinge zusammengetragen und kurz erklärt.

Warum sind Grundregeln so wichtig?

Im Grunde genommen ist es klar. Hunde brauchen Grundregeln, um sich in unserer Welt zurecht zu finden. Andernfalls wären sie nicht gesellschaftsfähig. Und um es ihnen zu erleichtern diese gewünschten Verhaltensweisen einzuhalten, ist es wichtig, dass diese Vorgaben immer gleich bleiben.

Nehmen wir ein Beispiel. Du liegst auf der Couch und dein Hund spring zu dir rauf. Du erlaubst es, lobst ihn und belohnst ihn mit einer Streicheleinheit. Dir ist nach kuscheln, also darf er dort liegen bleiben und schlafen. Am darauf folgenden Tag liegst du wieder auf der Couch, doch heute möchtest du deine Ruhe haben. Dein Hund will sich aber erneut zu dir legen. Immerhin durfte er gestern ja auch und du hast dich sogar gefreut! Du schimpfst und schickst ihn auf seinen Platz. Dein Vierbeiner versteht nun die Welt nicht mehr. Was hat er falsch gemacht? Warum war es gestern okay und heute nicht? Wie soll er sich in Zukunft verhalten? Das Fazit: Der Hund ist (je nach Charakter mehr oder weniger) verunsichert. Im besten Fall krönst du das Ganze noch, indem du dieses Verhalten mehrmals wiederholst, dann versteht dein Vierbeiner nämlich gar nichts mehr.

Zauberwort „Berechenbarkeit“

Das Beste was du für deinen felligen Freund tun kannst ist für ihn absolut berechenbar zu sein. Das heißt er weiß ganz genau wie du in den verschiedenen Situationen reagierst und kann sich entsprechend daran orientieren und verhalten. Das gibt ihm Sicherheit, denn er weiß ja schon vorher ganz genau, was nun kommt. Außerdem kommt es dann bedeutend weniger vor, dass er trotzdem versucht gegen diese oder jene Vorschrift zu protestieren. Warum auch? Er weiß ja, du lässt das eh nicht durchgehen.

Das Gleiche gilt für jegliches Training. Ein Kommando bedeutet immer den exakt gleichen Ablauf, erst dann gibt es ein Leckerli oder eine anderweitige Belohnung. Bei Fuß laufen bedeutet immer, dass jegliches Zerren und Co. tabu ist. Ohne Ausnahme. Das sorgt dafür das dein Hund ganz genau weiß, was du jetzt von ihm möchtest und kann entsprechend mitarbeiten.

Wie wäre es also richtig?

Kommen wir auf unser Beispiel mit der Couch zurück. Du hast verschiedene Möglichkeiten das Ganze zu lösen. Möchtest du mit deinem Hund auf dem Sofa kuscheln können aber trotzdem auch mal deinen Platz für dich allein haben? Dann weise ihm einen festen Platz darauf zu. Lege eine Decke dorthin und trainiert, dass er zwar jederzeit auf die Couch kann aber eben nur dort. Möchtest du mit ihm kuscheln, setz dich zu ihm. Wenn nicht, setz dich auf die andere Seite und dein Hund kann trotzdem in Ruhe und bequem schlafen.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass du es komplett unterbindest. Zum kraulen setzt du dich dann zu deinem Vierbeiner auf den Boden oder mit ihm in sein Körbchen. Oder aber du erlaubst es immer, achtest aber eben darauf das dein Hund dich trotzdem nicht bedrängt, sondern sich einfach entspannt neben dir ablegt. Wichtig ist nur, dass du dieses Konzept durchziehst.

Natürlich bedeutet das nicht, dass Fiffi nun niemals mehr von der Couch geschickt werden darf. Es gibt immer mal Situationen in denen das erforderlich sein kann und der Hund sollte sich das dann auch ohne Tamtam gefallen lassen. Doch im Wesentlichen solltest du schon einen festen Plan haben, nach dem ihr dann handelt.

Über welche Dinge solltest du dir Gedanken machen?

Eine gute Vorbereitung beugt vielen Problemen vor. Vor dem Einzug des neuen Mitbewohners sollte also vorab geklärt werden, was geht und was nicht. Im folgenden habe ich dir einmal ein paar Dinge aufgeschrieben, über die ihr dabei sprechen könntet.

  • Darf der Hund aufs Bett?
  • Darf er auf die Couch?
  • Darf er Menschen anspringen?
  • Muss er vor seinem Napf warten, bevor es Essen gibt?
  • Darf er an der Leine ziehen?
  • Darf er Kontakt zu anderen Hunden haben, wenn er an der Leine ist?
  • Darf er um Futter betteln?
  • Darf er an Kleidung ziehen?
  • Darf er in der Wohnung toben?
  • Darf er von Fremden Futter annehmen?
  • Wie exakt sollen die Kommandos ausgeführt werden (für Hundesportler wichtig, siehe Unterordnung und Co.)
  • Darf er mit dem Spielzeug der Kinder spielen?
  • Darf er in alle Räume?
  • Darf er überall hinterher laufen?
  • Darf er Revierverhalten ausgeprägt zeigen? (Wenn nicht muss frühzeitig daran gearbeitet werden.)

Umso besser sich dann auch alle Menschen an diese Regeln halten, umso leichter ist es Trainingsfortschritte zu machen und diese auch beizubehalten. Ansonsten kann es nämlich gut und gerne sein, dass der eine wieder kaputt macht, was der andere gerade erst mühevoll aufgebaut hat.

Grundregeln während der Pubertät

Früher oder später blüht es uns allen. Dem einen mehr, dem anderen weniger. Die Pubertät. In dieser Zeit werden viele Hunde ja nochmal richtig anstrengend und alles erlernte scheint irgendwie vergessen. Besonders in dieser Phase ist eine solide Grundlagen mit klaren Regeln und Grenzen unerlässlich, die es nun umso dringender einzuhalten gilt. Wer hier nachlässig ist, erschwert sich die Erziehung seines Vierbeiners umso mehr.

In der Regel beruhigt sich die Lage etwa mit Beginn des 4. Lebensjahres, wenn die geistige Entwicklung des Hundes abgeschlossen und der Überschuss an Hormonen wieder verschwunden ist. Er hat nun gelernt wo seine Stellung in seiner Familie ist und wo seine Grenzen sind. Wer allerdings während der der Pubertät nicht aufgepasst hat, hat nun umso mehr Arbeit, denn der Hund beruhigt sich nicht. Im Gegenteil. Da er keine Grenzen kennt, reizt er es immer weiter aus und damit festigt sich auch das ein oder andere Fehlverhalten. Es gilt also: Durchhalten und die Grundregeln durchsetzen! Es wird wieder besser, auch wenn es im ersten Moment nicht danach aussieht.

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